Die 1892 gegründete üstra betreibt im Stadtgebiet Hannover den Bus und Stadtbahnverkehr mit 133 Bussen und 290 Stadtbahnen. Der überwiegende Teil der 1866 Beschäftigten ist im Fahrdienst tätig und befördert jährlich 155 Millionen Fahrgäste in Hannover.
Rahmenbedingungen wie zunehmendes Durchschnittsalter der Belegschaft und Belastungen durch ständig oder überwiegend sitzende Tätigkeit, oft verbunden mit Schichtarbeit führen dazu, dass wesentliche Schwerpunkte des betrieblichen Gesundheitsmanagement dem Umgang mit den Problemen des demographischen Wandels und dem Ausgleich der beruflich bedingten körperlichen Inaktivität gewidmet sind.

Besonderer Wert wird beim Aufbau der gesundheitsförderlichen Unternehmensstruktur auf die Nachhaltigkeit der entsprechenden Aktivitäten gelegt. Neben Maßnahmen der medizinisch orientierten „klassischen“ Gesundheitsförderung stehen im Fokus des Gesundheitsmanagement und des groß angelegten Projektes zum Demographischen Wandels strukturelle Modifikationen hinsichtlich Erprobung und Einführung neuer Arbeitszeitmodelle und arbeitorganisatorischer bzw. Qualifikationen erweiternde Maßnahmen wie Mischarbeit und Zweitausbildung.
Motivation zur Bewegungsförderung spielt eine große Rolle im Angebot der innerbetrieblichen Gesundheitsaktivitäten. Neben wöchentlichen, fachlich begleiteten Lauftreffs unter Schirmherrschaft und aktiver Beteiligung des Vorstandes sowie regelmäßigen Nordic-Walking-Kursangeboten durch die firmeneigene Gesundheitspädagogin werden die Auszubildenden einmal wöchentlich für zwei Stunden zum Betriebssport abgestellt, in dem ihnen eine breite Palette von Sportarten nahe gebracht wird. Diese Innovation hat sich besonders bewährt. Mehr als die Hälfte der Lehrlinge bestand das deutsche Sportabzeichen.
Zudem stehen der Belegschaft neben dem reichhaltigen Betriebssportangebot auf zwei Betriebshöfen gut ausgestattete firmeneigene Fitnesscenter rund um die Uhr zur Verfügung. Rückenkranke können unter fachlicher Anleitung individuelles gerätegestütztes Muskelkräftigungstraining absolvieren oder sich dem wöchentlichen Funktionstraining und Wirbelsäulengymnastik in der Gruppe anschließen.
Externe, neu eingestellte Stadtbahnfahrer nehmen seit dem Jahr 2009 im Rahmen ihrer Ausbildung an einem eintägigen, auf die Belange und Probleme im Fahrdienst abgestellten Gesundheitsseminar mit den Schwerpunkten rückenschonendes Verhalten, Ernährung und Bewegung, Stressprävention und Umgang mit Sucht/Drogen teil.
Alle Auszubildenden erhalten diese Schulung im 2. Lehrjahr als Zweitagesseminar und werden somit frühzeitig mit den innerbetrieblichen Sport- und Hilfsangeboten und berufsbezogenen Gesundheitsgefährdungen vertraut gemacht.
Regelmäßig auf den Betriebshöfen vor Ort stattfindende Messungen der Herz-Kreislaufrisikofaktoren und individuelle Ernährungsberatung in der betriebsärztlichen Betreuungsstelle ergänzen das Angebot. Zwei Mitarbeiter der Betreuungsstelle sind zudem als Rückenschullehrer bzw. Masseur ausgebildet.
Wichtig ist dem Unternehmen die Nachhaltigkeit und Verzahnung der Aktivitäten.